Feuerwehr Gersweiler übt bei Firma Woll

Bei jedem Feuer entsteht bekanntlich Rauch. Rauch, mit dem die Feuerwehr bei Bränden konfrontiert wird, denn der Rauch enthält nicht nur schädliche Stoffe, sondern sorgt auch bei einer Brandbekämpfung für erhebliche Sichtbehinderungen. Um den Rauch schnellstmöglich aus einem Gebäude zu entfernen, werden spezielle Überdruckbelüfter eingesetzt, die entweder elektrisch mit Verbrennungsmotor oder Wasser betrieben werden und einen Luftdurchsatz von 10.000 bis 50.000 Kubikmeter pro Stunde leisten. Bevor diese jedoch eingesetzt werden können, muss man je nach Gebäude und der Brandstelle einige Punkte beachten, die bei einer Übung in der Theorie angesprochen und schließlich in die Praxis umgesetzt wurden. Freundlicherweise stellte die Firma Woll ihr Firmengelände zur Verfügung, wo man in einem Gebäude das Treppenhaus nutzen konnte. Zur Übung gekommen waren mit der Drehleiter und einem Rüstwagen auch Kameraden der Völklinger Feuerwehr vom Löschbezirk Stadtmitte. Zwar hat der Löschbezirk Gersweiler einen Lüfter mit Verbrennungsmotor, um jedoch die Funktion und den Leistungsunterschied anderer Lüfter vergleichen zu können, sei man gerne nach Gersweiler gekommen, so der stellvertretende Völklinger Löschbezirksführer Markus Menzel. Eingeschaltet werden die Lüfter erst, wenn durch den vorgehenden Atemschutztrupp eine Abluftöffnung geschaffen wurde. Entweder ist bereits durch den Brand eine Öffnung entstanden, etwa durch das Platzen einer Fensterscheibe, oder es wird ein Fenster bzw. eine Außentür oder Dachluke geöffnet. Erst jetzt kommt der Lüfter zum Einsatz, der den Rauch durch die Eintrittsöffnung zur Abluftöffnung nach außen leitet.  Wichtig auch das richtige Aufstellen des Lüfters. Dieser wird so aufgestellt, dass dessen erzeugter Luftstrom die gesamte Eintrittsöffnung erfasst. Getestet wird dies, indem man sich in die Eintrittsöffnung stellt und mittels ausgestreckter Hand fühlt, ob der Luftstrom die gesamte Öffnung erfasst. Dass man so relativ schnell zu einem Erfolg kommt, dass sah man deutlich an dem Übungsobjekt, dass zuvor komplett mit Kunstrauch eingenebelt wurde. Gleichzeitig mit der Fensteröffnung in der obersten Etage, kamen auch die verschiedenen Lüfter zum Einsatz. Deutlich sah man hier anhand des Rauchabzuges den Unterschied der einzelnen Lüfterleistung. Je nach Einsatzlage, können auch mehrere Lüfter neben – oder hintereinander aufgestellt werden, etwa bei größeren Tür- oder Garagenöffnungen. Umgekehrt kann der Rauch aber auch abgesaugt werden. Hierzu werden Kunststofflutten (Schläuche) mit einem Durchmesser von nicht ganz einem halben Meter in das Gebäude verlegt. Ein Elektrolüfter saugt dann den Rauch nach außen, was ebenfalls zu einem schnellen Erfolg führt. Überwiegend kommt dieses System bei Keller- oder Tiefgaragenbränden zum Einsatz. Alle Situationen die in der Theorie genannt und erklärt wurden, konnten an diesem Abend zeitlich nicht geübt werden, jedoch konnte das Grundprinzip  einer Einsatzstellenbelüftung besprochen und gezeigt werden. Schließlich  hatte man die Übung auf Nachfrage der Firma Woll noch dazu genutzt, mit der Drehleiter den Rettungsweg über das Dach bei einem eventuellen eintretendem Brandausbruch zu testen. Hier stellte sich heraus, dass entgegen des ersten Aufstellungsortes der Drehleiter dieser an eine andere Stelle verlegt werden muss. Schließlich fuhr man mit der Drehleiter noch einmal rund um die große Werkhalle, wobei ebenfalls im Sinne der Feuerwehr kleinere Änderungen vorgenommen werden müssen. Insgesamt eine Übung, die Dank der Firma Woll nicht nur sehr interessant war, sondern insbesondere zeigte, wie schnell mittels eingesetzten Lüfter ein Rauchabzug erfolgen kann. Der Löschbezirk Gersweiler bedankt sich an dieser Stelle nochmals bei der Firma Woll, sowie bei den Völklinger Kameraden für die gute Zusammenarbeit, die bereits wenige Tage später bei einer nachbarschaftlichen Löschhilfe, einem Hallenbrand im Völklinger Stadtteil Fenne stattfand (siehe Bericht zum Sturm Sabine).
(Rafael Mailänder, Pressebeauftragter Feuerwehr Gersweiler)

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