Vollsperrung der Straße „Am Sprinkshaus“ sorgt für viel Unmut – Straßenbauamt klärt auf


Viel Unmut herrscht derzeit nicht nur bei den Gewerbetreibenden in der Straße „Am Sprinkshaus“, sondern auch bei vielen Autofahrern, die täglich den Grenzübergang am Sprinkshaus passieren, um über Frankreich zu ihrem Arbeitsplatz, der kürzeren und schnelleren Strecke wegen, zu fahren.
Hinzu kommen weitere Betriebe, die für mindestens sechs Wochen auf Kunden aus Frankreich verzichten müssen, wobei auch eine viel von deutschen frequentierte Bäckerei in Schoeneck betroffen sein wird.

Grund für den Unmut ist eine Vollsperrung der Straße vom 21. September bis zum 31. Oktober. Wie die Stadt Saarbrücken in einer Pressemitteilung berichtet, werden von der Einmündung Krughütterstraße bis zur Grenze die Fahrbahn gefräst und asphaltiert, Bordstein-, Rinnen- und Gehwegbereiche teilweise instandgesetzt. Die Beleuchtung wird zum Teil erneuert, die Querungshilfe am Grenzübergang barrierefrei gestaltet. Abschließend finden Markierungsarbeiten statt. Im Zuge der Arbeiten werden auch die Amphibientunnel in der Straße erneuert.
Als Umleitung nach Schoeneck soll man den Grenzübergang Großrosseln/ Petite Rosselle nutzen.

Dass Straßenbaumaßnahmen durchgeführt werden müssen, dafür haben viele Verständnis. Nicht jedoch, dass diese Arbeiten unmittelbar nach einer schwierigen geschäftlichen Covid-19 Pandemie, in der auch die Grenze geschlossen war, stattfinden und dazu noch ohne jegliche Vorinformation an die betroffenen Anlieger, wie es dem Gersweiler Anzeiger in einem Gespräch mitgeteilt wurde. So wusste man in der französischen Bäckerei bereits Wochen zuvor von der Sperrung, was durch Gespräche schließlich auch in Gersweiler öffentlich wurde, sowie später dann Hinweistafeln in Schoeneck bestätigten. Auf eine Anfrage bei Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries, so Thomas Schütz vom Restaurant Valuta, habe man eine Vollsperrung bestätigt bekommen, Anlieger könnten jedoch ihre Anwesen anfahren auch sei vereinbart, dass an Wochenenden eine Anfahrt zum Restaurant Valuta, der Pizzeria TANO und dem Tabakladen gewährleistet sei. Genaueres zu dieser Maßnahme wollte der Gersweiler Anzeiger von der Stadt Saarbrücken wissen und führte mit dem zuständigen Sachbearbeiter vom Straßenbauamt Herrn Fries ein Gespräch.

Zunächst einmal sei klarzustellen, dass die überwiegenden Straßenbaumaßnahmen eine lange Vorlaufzeit haben. So auch diese, die bereits vor Corona in die Planung ging und in der Prioritätenliste ganz oben stand. Mit dieser Planung verbunden seien Absprachen mit der ZKE und den Stadtwerken, die im zeitlichen Arbeitsablauf und der Zusammenarbeit mit den Firmen dringend einzuhalten seien.

Auf die Frage, warum man in Schoeneck schon sehr früh von den Baumaßnahmen wusste und hier nicht, stellte Fries klar, dass zunächst eine Absprache mit dem Departement Moselle erfolgen musste. Nachdem dies erfolgte, seien wohl direkte Informationen nach Schoeneck geflossen. Bei uns konnte zu diesem Zeitpunkt noch keine Information erfolgen, da zu diesem Zeitpunkt noch die Ausschreibungen zur Durchführung der Arbeiten liefen. Nachdem feststand welche Firma den Auftrag erhielt, konnte ein genauer Termin mit dem Departement Moselle abgesprochen werden, sowie eine offizielle Pressemitteilung zu der Baumaßnahme erfolgen, weiterhin habe man vor Ort erste Gespräche mit den Anliegern geführt.

Viel diskutiert auch, warum eine komplette Sperrung erfolgen muss. Hier sei man an Richtlinien gebunden, die dringend einzuhalten sind, insbesondere hinsichtlich einer Unfallgefahr. Da die Fahrbahn an den engsten Stellen weniger als sieben Meter sei und Großgeräte zum Einsatz kommen, kann nur eine Vollsperrung erfolgen. Beantworten konnte Fries auch die Frage auf den Bau der Amphibientunnel und ob diese überhaupt noch erforderlich seien. Hier habe im vergangenen Jahr durch den Naturschutzbund eine Zählung stattgefunden, die ergeben hätte, dass weiterhin solche Tunnels benötigt werden. Bestätigt wurde dies durch Bezirksbürgermeisterin Ries. Mittlerweile hätten sich so Fries, die Vorschriften geändert und man müsse spezielle Beton -Amphibientunnel einbauen. Diese benötigten nach dem Einbau eine längere Härtezeit, in der kein Befahren der Straße möglich sei. Auch sei man an die Jahreszeiten der Krötenwanderungen gebunden.

Amphibientunnel in der Straße „Am Springshaus “ in Gersweiler.

Angesetzt habe man für die Baumaßnahme sechs Wochen, je nach Wetterlage könne die Maßnahme aber eventuell früher beendet werden. Weiter habe man den Zeitraum der Bauarbeiten so gewählt, dass die beiden Herbstferienwochen mit genutzt werden. Das Verkehrsaufkommen in den Herbstferien sei erfahrungsgemäß geringer, dieser Umstand wird hier genutzt. Abschließend fügte Fries hinzu, dass die ausführende Baufirma vor Ort jederzeit für Gespräche bereit sei, so dass man für alle bestmögliche Zuwege schaffen kann.

Eine erste Maßnahme wird in Auftrag gegeben, eine Beschilderung soll anzeigen, dass die Zufahrt zu den anliegenden Geschäftstreibenden frei ist.

(Rafael Mailänder)

Bildquellen

  • 20200909_110007: Rafael Mailänder
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